Samstag, 31. Dezember 2011

#33 Fuck the pain away. I mean, fuck it, drink it, smoke it, cut it all away. Get high. Relapse. That's what we do.


Ich sehe nur noch die Scheinwerfer auf mich zurasen, stehe einfach dort auf der Straße und starre ihnen entgegen, unfähig mich zu bewegen. Der Schrei meiner Besten erreicht mich nicht wirklich, hört sich an wie aus weiter Ferne. Sie packt mich Arm, reißt mich herum. Das Auto rast haarscharf an mir vorbei. "Mensch Lia, spinnst du jetzt völlig?!", schreit sie mich entgeistert an. Auch die anderen kommen jetzt angelaufen, fragen was los ist. Ich höre nicht hin, bahne mir meinen Weg durch sie hindurch und laufe einfach weiter. Sie kommt mir hinterher, nimmt meine Hand und sagt: "Ich hab dir grade das Leben gerettet, weißt du das? Dafür solltest du mir danken." Sie hatte schon immer so einen Hang dazu alle Dinge zu dramatisieren. "Ich kann dir nicht danken, ich würde es nicht ernst meinen. Hätte mich lieber überfahren lassen.", murmle ich vor mich hin. In den Sommer 2010 zurückzukehren war einfacher als ich dachte. Ich spule meine Erinnerung ein paar Stunden zurück..

Sie mit meinem Besten, Arm in Arm, sich küssend. Wie sie sich selbst Vorwürfe macht, sie mir sagt ich soll aufpassen, dass es nicht nochmal passiert. Ich soll sie schlagen, wenn sie wieder so eine Scheiße macht, sie will das ja eigentlich gar nicht. Wie ich eine halbe Stunde später die Treppe herunter komme, sie wieder zusammen dort stehen sehe, hingehe, und so richtig durchziehe. Ich flüchte, renne weg, auf der Tanzfläche treffe ich H., wir fangen an zu tanzen, kommen uns immer näher, er hat seine Hände an Stellen, an denen ich sie gar nicht haben wollte. Wir fangen an uns zu küssen, immer mehr, immer heftiger. Ich verliere das Zeitgefühl, habe keine Ahnung mehr, was um mich herum passiert. Irgendwann blicke ich auf, sehe meinen Besten mit ausdruckslosem Gesicht in der Ecke stehen. Als er meinen Blick bemerkt dreht er sich um und geht. Ich versuche H. klar zu machen, dass ich ihm hinterher muss, doch er zieht mich wieder an sich, beginnt wieder mich zu küssen. Es dauert nochmal einige Zeit, bis ich mich endgültig von ihm lösen kann, die Treppe hoch stolpere auf der Suche nach meinem Besten. Es dauert nicht lange und wir stürmen uns entgegen, fallen uns verzweifelt um den Hals, er flüstert immer wieder, dass es ihm so unendlich Leid tut. Ich beginne zu weinen. "Ruf mich an wenn du daheim bist, ok?", sind meine letzten Worte.

Ich sehe nur noch die Scheinwerfer auf mich zurasen, stehe dort einfach auf der Straße und starre ihnen entgegen, unfähig mich zu bewegen ...

Vielleicht ist es ja das, was Leben ausmacht. Diese Momente, in denen einen die Gefühle fast zerreißen, in denen man alles so real spürt. Adrenalinkick.. 


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