Donnerstag, 6. Dezember 2012

#55 Ich bin nie weiter gekommen als in dein Bett.


Als mich mein Wecker um 06:14 unsanft aus dem Schlaf reißt ist das erste was ich spüre, dass heute kein guter Tag werden kann. Ich quäle mich aus dem Bett und tauche im Bad mein Gesicht als erstes in eiskaltes Wasser. Es hilft nichts, warum sollte es auch? Nichts hilft, wenn ich in den Traumbildern festhänge. Tausend mal schon habe ich diese Erfahrung gemacht. Ich spüre, wie sich meine Augen mit Tränen füllen und versuche schnell sie wegzublinzeln. Ich sehe alles noch so real vor mir, eigentlich viel zu real für einen Traum. Dein Gesicht, dein wunderschönes Gesicht mit deinem bezaubernden Lächeln. Deine großen braunen Augen, deine warme Stimme. Es ist zu viel, viel zu viel. Wann hören sie endlich auf, diese Träume von dir? Es ist ein ewiger Teufelskreis. Ich träume von dir und es wirft mich jedesmal so aus der Bahn, dass ich den ganzen Tag an nichts anderes denken kann und deshalb träume ich wieder von dir. Tag für Tag. Ich habe mich einigermaßen im Griff, doch dann, ein paar Meter von der Schule entfernt spüre ich wieder wie mir die Tränen in die Augen steigen und ich biege zu unserer Raucherecke ab. Es ist eine Spontanentscheidung, eigentlich habe ich daheim erst eine geraucht, doch als ich mir schließlich eine anzünde merke ich, wie dringend ich das jetzt brauche. Der erste Zug schmeckt nach dir, der zweite auch. Jeder Zug schmeckt nach dir, schon seit 2 Jahren. Ich fange an nachzudenken. Das schmerzhafteste an den Träumen ist wohl, dass sie mir zeigen, was wir nie hatten. Ja, meistens fangen sie so an, wie das mit uns aufgehört hat. Mit Streit, Gewalt, harten Worten und Blicken doch am Ende gehen sie immer gut aus. Jeder einzelne. Naja, gut ist schwer zu definieren. Eigentlich kann man es auf meine momentane reale Situation bezogen nicht als gut bezeichnen, wenn wir wieder vereint sind, uns in den Armen liegen, uns küssen, uns so nah sind.. Und doch fühlt es sich in den Träumen so richtig an, so verdammt richtig. Aber im echten Leben wäre es nicht so, da wäre es komplett falsch, das weiß ich. Ich trete meine Kippe am Boden aus. Was will ich schon machen? Ich bin machtlos.. Ich kann nur auf den nächsten Morgen warten, bis alles wieder von vorne anfängt.

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